Translanguaging und sprachsensibler Unterricht in der Praxis
Zielgruppe: Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte
Dauer: 5 Module (ca. 15–20 Unterrichtsstunden Gesamtumfang)
Teilnehmerzahl: maximal 15 Personen
Kurzbeschreibung
Mehrsprachige Kinder bringen wertvolle sprachliche Ressourcen mit in Schule und Kita. Dennoch werden Erstsprachen im Bildungsalltag häufig ausgeblendet oder sogar als Hindernis wahrgenommen. Die Fortbildung vermittelt aktuelle Erkenntnisse aus der Mehrsprachigkeitsforschung und zeigt praxisnah, wie Erstsprachen gezielt genutzt werden können, um Lernprozesse, Sprachentwicklung und den Erwerb der Bildungssprache Deutsch zu unterstützen.
Die Teilnehmenden lernen die Grundlagen von Mehrsprachigkeit, Sprachtransfer und Translanguaging kennen, reflektieren eigene Haltungen und entwickeln konkrete Ideen für einen sprachsensiblen Unterricht. Praxisbeispiele, Sprachvergleiche und direkt umsetzbare Methoden stehen dabei im Mittelpunkt.
Modul 1: Wie lernen mehrsprachige Kinder?
Sprachentwicklung und Mehrsprachigkeit
Sprachmischungen und Sprachwechsel
Mythen und Fakten zur Mehrsprachigkeit
Mehrsprachigkeit als normaler Entwicklungsweg
Modul 2: Mehrsprachigkeit verstehen
Jim Cummins und die Interdependenzhypothese
Sprachtransfer und Sprachbewusstheit
Bedeutung der Erstsprache für den Bildungserfolg
Mehrsprachigkeit aus wissenschaftlicher Perspektive
Modul 3: Translanguaging im Bildungsalltag
Was ist Translanguaging?
Sprachliche Ressourcen bewusst nutzen
Praxisbeispiele aus Schule und Kita
Chancen und Grenzen
Modul 4: Sprachsensibler Unterricht und Sprachvergleiche
Gemeinsamkeiten zwischen Sprachen entdecken
Sprachvergleiche als Lernstrategie
Wortschatz-, Grammatik- und Schriftvergleiche
Förderung von Sprachbewusstheit
Modul 5: Praxiswerkstatt
Unterrichtsideen und Methoden
Planung eigener Lernarrangements
Transfer in den eigenen Unterricht
Entwicklung eines persönlichen Maßnahmenplans
Ziele:
Nach der Fortbildung können die Teilnehmenden:
Mehrsprachigkeit fachlich fundiert einordnen,
Erstsprachen als Ressource verstehen,
Translanguaging gezielt einsetzen,
sprachsensible Lernangebote gestalten,
Sprachvergleiche im Unterricht nutzen,
konkrete Maßnahmen für ihre eigene Praxis entwickeln.
Leitgedanke
Erstsprachen stärken – Deutsch fördern.
Mehrsprachigkeit und Deutschförderung sind kein Widerspruch. Kinder lernen erfolgreicher, wenn ihre vorhandenen sprachlichen Ressourcen aktiv in Lernprozesse einbezogen werden.